Eine Weile nichts tun, nur absichtslos da sein,
heißt wach werden für die Sättigung Gottes.
Johannes vom Kreuz (1542-1592)

Forschungsinstitut der Deutschen Provinz der Karmeliten

Karmelitergraduale, Dom-Museum Mainz

Das Forschungsinstitut der Deutschen Provinz der Karmeliten wurde am 3. Mai 2016 offiziell gegründet. Aufgaben des Instituts sind gemäß den Statuten die "wissenschaftliche Erforschung von Geschichte, Spiritualität, Charisma, Kultur und Bildung des Karmelitenordens." Zu diesem Zweck werden Forschungsprojekte initiiert, wissenschaftlich begleitet und realisiert, die sich mit dem reichen Erbe des Karmelitenordens in Geschichte und Gegenwart auseinandersetzen. Neben der Herausgabe von Veröffentlichungen zu karmelitanischen Themen sollen auch unterschiedliche Veranstaltungen (Symposien, Vorträge, Seminare etc.) organisiert und durchgeführt werden. Aber auch die fachliche Begleitung bei der Sicherung und Erschließung des materiellen historischen und kunsthistorischen Kulturerbes in der Deutschen Provinz (z. B. Archive, Bibliotheken, Kunst- und Kulturschätze), sowie die Zuammenarbeit mit anderen karmelitanischen Instituten (z.B. Institutum Carmelitanum in Rom) gehören zu den Aufgabengebieten des Forschungsinstitutes. Das Institut wird getragen von der Deutschen Provinz der Karmeliten KdöR und hat seinen Sitz in Bamberg.

Mitglieder des Forschungsinstituts

Laufende bzw. geplante Forschungsprojekte:

Kritische Werkausgabe der Erinnerungen von Frater Rafael Tijhuis O.Carm. (1913-1981)
an seine Haftzeit im Konzentrationslager Dachau von 1942 bis 1945.
Bearbeitet von: DDr. Martina Rommel (Archivarin der Deutschen Provinz der Karmeliten)
Frater Dr. Andreas H. Scholten / N.N.

Deutsche Übersetzung ausgewählter Werke von Maria Magdalena de' Pazzi O.Carm. (1566-1607)
Zum 450-jährigen Geburtstag der Karmelheiligen.
Bearbeitet von: P. DDr. Michael Plattig / P. Christian Körner / N. N.

Inventarisation der architektonischen Überreste, der sakralen
und sonstigen Kunstgegenstände aus deutschen Karmelitenklöstern.
Projekt von: Dr. Christine Riedl-Valder / N.N.

Archive der Klöster in der Deutschen Provinz der Karmeliten
Inventarisation und elektronische Erfassung des Archivgutes.
Projekt von: Dr. Monika Storm / DDr. Martina Rommel

Vorträge und Publikationen zu Titus Brandsma O.Carm. (1881-1942)
Zum 75-jährigen Todestag.
Bearbeitet von: Dr. Elisabeth Hense, P. DDr. Michael Plattig,
Dr. Christine Ried-Valder, Dr. Andreas H. Scholten und DDr. Martina Rommel
Ein Vortrag über Titus Brandsma als Märtyrer des 20. Jahrhunderts wird im September 2016 in Rom auf dem „Forum dei docenti di teologia spirituale“ von Dr. Elisabeth Hense gehalten. Vier Vorträge über verschiedene Aspekte im Leben und Werk des Titus Brandsma sind im Juni 2017 (Pfingswoche) auf dem spirituellen Kapitel der Karmeliten in Springiersbach von P. DDr. Michael Plattig, Dr. Christine Riedl-Valder, Dr. Andreas H. Scholten und DDr. Martina Rommel sowie Dr. Elisabeth Hense geplant. Zudem wird auf der Grundlage der Vorträge und weiterer Beiträge an einer Publikation über Titus Brandsma gearbeitet.

Englische Übersetzung zweier Werke von Franciscus Amelry O.Carm. (um 1550)
Bearbeitet von: Dr. Elisabeth Hense
Diese Arbeit wird 2016/7 bei PIMS (Pontifical Institute of Mediaeval Studies) in Oxford herausgegeben.

Englischsprachiger Artikel über die Entstehungsgeschichte des Codex Post III 70
Vita von Maria Petyt T.OCarm (1623-1677)
Bearbeitet von: Dr. Elisabeth Hense und Esther van de Vate
Der Artikel wird voraussichtlich 2017 publiziert.

Längerfristig geplante Projekte:

Deutsche Übersetzung ausgewählter Werke des Jean de Saint-Samson O.Carm (1571-1636)
Bearbeitet von: Dr. Edeltraud Klueting

Textausgabe der Profess-Predigten für Karmelitinnen von Jan Pascha O.Carm. (1459-1539)
(mittelniederländisch und hochdeutsche Übersetzung)
Bearbeitet von: Dr. Andreas H. Scholten / N.N.

Online-Kurs zur Karmelspiritualität
Bearbeitet von: N.N.

Albert Servaes, Kreuzweg (Kohlezeichnung um 1919), Karmeliterkloster Mainz

Sitz des Instituts:
Forschungsinstituts der Deutschen Provinz der Karmeliten
c/o Deutsche Provinz der Karmeliten KdöR
Knöcklein 13 / 96049 Bamberg

Leitung und Kontakt:
Dipl.-Theol. Dr. Edeltraud Klueting T.OCarm
Leiterin des Forschungsinstituts
Linckensstr. 64 / 48165 Münster
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  • Johannes vom Kreuz

    Johannes vom Kreuz (1542-1591) ist einer der großen Meister karmelitanischer Spiritualität.

    In seinen Werken beschreibt er den Prozess der Einswerdung mit Gott als einen Weg des Loslassens, der durch die dunkle Nacht unserer Zweifel und Ängste, unserer Selbstbehauptung und Egozentrik hindurch zur göttlichen Liebe führt – sie ist Sinn, Ziel und Erfüllung unserer menschlichen Sehnsucht.

    Die dunkle Nacht

    In einer dunklen Nacht
    von Sehnsucht getrieben, in Brand gesteckt von Liebe,
    - o glückliche Fügung! -
    entfloh ich, ohne bemerkt zu werden,
    als schon das Haus um mich in Stille lag,

    im Dunkeln, sichren Fußes
    über die geheime Leiter, tief ins Gewand gemummt,
    - o glückliche Fügung! -
    im Dunkeln und wachsam angespannt,
    als schon das Haus um mich in Stille lag,

    in jener glückseligen Nacht,
    heimlich, daß mich niemand sah
    - auch ich selbst nahm nichts wahr -,
    ohn’ andres Licht, den Weg zu leuchten,
    als das nur, das im Herzen brannte;

    das führte mich
    sichrer als das Licht der Tagesmitte
    dorthin, wo mich erwartete,
    um den so tief ich weiß,
    dorthin, wo niemand uns belauerte.

    O Nacht, die du den Weg geleuchtet!
    O Nacht, liebenswerter als das Morgendämmern!
    O Nacht, die du zusammenbrachtest
    den Geliebten und die geliebte
    in den Geliebten umgestaltete Geliebte!

    An meiner Brust, aufgeblüht zu neuem Leben,
    die nur für ihn sich aufbewahrte,
    da ruht’ er schlafend,
    und ich liebkoste ihn,
    und Zedern fächelten ihm Wind.

    Der Wind von den Zinnen her
    - als zärtlich er sein Haar durchwehte -
    mit seiner sanften Hand
    streifte meinen Hals,
    und alle meine Sinne schwanden.

    Ich blieb und ich vergaß mich,
    das Antlitz neigt’ ich über den Geliebten,
    alles um mich verlosch, ich ließ mich los,
    ließ los meine Sorgen,
    zwischen den Lilien war es vergessen.

    ( Johannes vom Kreuz)

    Übersetzung: Reinhard Körner