Eine Weile nichts tun, nur absichtslos da sein,
heißt wach werden für die Sättigung Gottes.
Johannes vom Kreuz (1542-1592)

Kursprogramm

Das Ruhegebet nach Johannes Cassian (360-435)

Das Ruhegebet ist eine Antwort auf die Sehnsucht vieler Menschen nach innerem Frieden, innerer Ruhe und göttlicher Nähe. Diese uralte christliche Gebetsweise wird in ihrer ursprünglichen Form vermittelt, so wie sie der Mönchsvater Johannes Cassian im vierten Jahrhundert bei den Wüstenvätern vorgefunden hat und selbst lehrte. Johannes Cassian brachte den Hesychasmus, das ist das Gebet der Ruhe, als christliches Gebet ins Abendland. Diese frühe mönchische Spiritualität hat als eine Quelle christlichen Lebens ihre Bedeutung und Aktualität bis heute nicht verloren. Unsere christliche Gegenwart ist von tiefer Sehnsucht nach Verankerung im Glauben und Gotteserfahrung erfüllt und sucht nach alten christlichen Quellen mit überzeugenden und leicht gangbaren Wegen.

In diesem Kompaktkursus erlernen Sie die Theorie und Praxis des Ruhegebetes und erfahren auch über dessen Ursprung und Weitergabe bis in unsere Zeit.

„Das Ruhegebet ist für mich wie eine Oase der Ruhe, Stille und des tiefen Friedens in der Wüste des Alltags. Täglich kann ich an diesen Ort in meinem Innersten zurückkehren, erfahre anstrengungslos und ohne eigenes Dazutun ein beschenkt und erfüllt werden von der Liebe Gottes in Herz und Seele, einer Liebe, die mir eine Ahnung von der Wirklichkeit Gottes schenkt.“

Angelika Teresa Oehlke ist eine von Pfarrer Dr. Peter Dyckhoff ausgebildete Lehrende des Ruhegebetes und verfügt über eine langjährige eigene Gebetserfahrung.
www.ruhegebet.de

Nach Ihrer Anmeldung nimmt Frau Oehlke mit Ihnen persönlichen Kontakt auf.

Anmeldungen bis 4 Wochen vor Kursbeginn.
Voraussetzung zur Teilnahme: 18 Jahre, normale psychische Belastbarkeit

In der Kursgebühr sind folgende Kursmaterialien enthalten: Buch, DVD, und Begleitheft. 

Verpflegung: Frühstück, Mittag- und Abendessen

Begleitung: Angelika Teresa Oehlke
Datum: Do. 5. Juli 2018 16:00 Uhr - So. 8. Juli 2018 13:00 Uhr
Kosten: Kurs 85,00 € / Pension 159,00 €

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  • Johannes vom Kreuz

    Johannes vom Kreuz (1542-1591) ist einer der großen Meister karmelitanischer Spiritualität.

    In seinen Werken beschreibt er den Prozess der Einswerdung mit Gott als einen Weg des Loslassens, der durch die dunkle Nacht unserer Zweifel und Ängste, unserer Selbstbehauptung und Egozentrik hindurch zur göttlichen Liebe führt – sie ist Sinn, Ziel und Erfüllung unserer menschlichen Sehnsucht.

    Die dunkle Nacht

    In einer dunklen Nacht
    von Sehnsucht getrieben, in Brand gesteckt von Liebe,
    - o glückliche Fügung! -
    entfloh ich, ohne bemerkt zu werden,
    als schon das Haus um mich in Stille lag,

    im Dunkeln, sichren Fußes
    über die geheime Leiter, tief ins Gewand gemummt,
    - o glückliche Fügung! -
    im Dunkeln und wachsam angespannt,
    als schon das Haus um mich in Stille lag,

    in jener glückseligen Nacht,
    heimlich, daß mich niemand sah
    - auch ich selbst nahm nichts wahr -,
    ohn’ andres Licht, den Weg zu leuchten,
    als das nur, das im Herzen brannte;

    das führte mich
    sichrer als das Licht der Tagesmitte
    dorthin, wo mich erwartete,
    um den so tief ich weiß,
    dorthin, wo niemand uns belauerte.

    O Nacht, die du den Weg geleuchtet!
    O Nacht, liebenswerter als das Morgendämmern!
    O Nacht, die du zusammenbrachtest
    den Geliebten und die geliebte
    in den Geliebten umgestaltete Geliebte!

    An meiner Brust, aufgeblüht zu neuem Leben,
    die nur für ihn sich aufbewahrte,
    da ruht’ er schlafend,
    und ich liebkoste ihn,
    und Zedern fächelten ihm Wind.

    Der Wind von den Zinnen her
    - als zärtlich er sein Haar durchwehte -
    mit seiner sanften Hand
    streifte meinen Hals,
    und alle meine Sinne schwanden.

    Ich blieb und ich vergaß mich,
    das Antlitz neigt’ ich über den Geliebten,
    alles um mich verlosch, ich ließ mich los,
    ließ los meine Sorgen,
    zwischen den Lilien war es vergessen.

    ( Johannes vom Kreuz)

    Übersetzung: Reinhard Körner