Eine Weile nichts tun, nur absichtslos da sein,
heißt wach werden für die Sättigung Gottes.
Johannes vom Kreuz (1542-1592)

Kursprogramm

Psychosynthese-Seminar: Schuldgefühle, eine Plage oder eine Hilfe?

Obwohl der durchschnittliche Christ kein Krimineller ist, und obwohl das Wort „Sünde“ in unseren täglichen Gesprächen kaum noch ausgesprochen wird, leiden viele Menschen trotzdem noch immer an vielen Formen von Schuldgefühlen: Viele machen sich Sorgen über das, was die Nachbarn hinter ihrem Rücken sagen. Beobachte ich im sozialen Umgang die Regel wie es sich gehört? Gibt es auf der Straße vielleicht einen Polizisten, der hinter mir fährt und sich Gedanken macht über die Art und Weise, wie ich Auto fahre? Schuldgefühle haben viele auch sich selbst gegenüber, weil sie das, was sie sich vorgenommen haben, nicht gehalten haben, z. B. nicht mehr zu rauchen, weniger TV zu schauen, täglich zu laufen... So leben wir in einem Korsett von selbst auferlegten Verpflichtungen und Ängsten und leiden ein unfreies Leben.

Das Leiden an unechte Schuldgefühle kann durchbrochen werden. Wenn wir ehrlich die Frage beantworten, ob es über bestimmte konkrete Handlungen persönliche Schuld gibt. Und wenn nicht, so soll man diese unechten Gefühle relativieren und sie nicht länger ernst nehmen. Aber wenn die Untersuchung sagt: du warst Schuld, so muss ich die eigene Grenze anerkennen, muss ich die unangenehme Wahrheit stehen lassen, dass ich nur Mensch bin und deshalb oft nur versagen kann und bereit sein, die Verantwortung dafür zu übernehmen. Die Verantwortung tragen, aber gegenüber welcher Instanz? Wer ist die Autorität, dem ich meine Schuld bekennen kann? Die Realität um mich herum? Das anonyme „man“? Mein eigenes Dasein? Gott?

Das Weltbild, das ich mir im Laufe der Jahre geformt habe und damit meine persönliche Spiritualität, ist jetzt wichtig und hilft mir, die Kraft zu finden, Gott oder Mitmenschen um Vergebung zu bitten. Das Gefühl, das so entsteht, ist echt und zuverlässig, macht nicht depressiv, sondern wird eine Quelle der Kraft.

In diesem Seminar wird diese Problematik behandelt mittels Meditation und Übungen aus der Psychosynthese, mittels Selbstuntersuchung: was sagt meine persönliche religiöse Erziehung über die Gestaltung meines Gewissens, was wurde mir beigebracht über Schuld, Buße und Strafe? Wie autoritär ist (unbewusst!) mein Gottesbild; wie groß ist mein Gottvertrauen? Gemeinsame Gespräche, Meditations- und Körperübungen, Beten und Tanz werden eine Hilfe sein, sich mit sich zu versöhnen und Frieden und Freiheit zu finden.

Beginn: 10:00 Uhr (Anreise: ab 09:00 Uhr)

Begleitung: Peter van Gool sj.
Datum: Mo. 26. November 2018 10:00 Uhr - Do. 29. November 2018 17:00 Uhr
Kosten: Kurs 115,00 € / Pension 171,00 €

Online-Spenden

Wir benötigen Ihre Hilfe und Unterstützung:

Unsere Wunschliste

Angebote

Exerzitienhaus Carmel Springiersbach
aktuelles Kursprogramm

Seelsorge und geistliche Begleitung
Weitere Infos und Kontakte

Klosterläden
Adressen und Sortiment

Kontakt

Deutsche Provinz der Karmeliten
Karmelitenplatz 1
96049 Bamberg

Tel. 0 951 / 50 98 66 - 0
Fax 0 951 / 50 98 66 - 29
[javascript protected email address]

Weitere Kontaktadressen
Provinzleitung
Noviziat
Impressum
Missbrauchsbeauftragte


© 2012-2014 Deutsche Provinz der Karmeliten – Konzeption und CMS: Weitblick Internetwerkstatt – Design: Ari Gröbke
  • Johannes vom Kreuz

    Johannes vom Kreuz (1542-1591) ist einer der großen Meister karmelitanischer Spiritualität.

    In seinen Werken beschreibt er den Prozess der Einswerdung mit Gott als einen Weg des Loslassens, der durch die dunkle Nacht unserer Zweifel und Ängste, unserer Selbstbehauptung und Egozentrik hindurch zur göttlichen Liebe führt – sie ist Sinn, Ziel und Erfüllung unserer menschlichen Sehnsucht.

    Die dunkle Nacht

    In einer dunklen Nacht
    von Sehnsucht getrieben, in Brand gesteckt von Liebe,
    - o glückliche Fügung! -
    entfloh ich, ohne bemerkt zu werden,
    als schon das Haus um mich in Stille lag,

    im Dunkeln, sichren Fußes
    über die geheime Leiter, tief ins Gewand gemummt,
    - o glückliche Fügung! -
    im Dunkeln und wachsam angespannt,
    als schon das Haus um mich in Stille lag,

    in jener glückseligen Nacht,
    heimlich, daß mich niemand sah
    - auch ich selbst nahm nichts wahr -,
    ohn’ andres Licht, den Weg zu leuchten,
    als das nur, das im Herzen brannte;

    das führte mich
    sichrer als das Licht der Tagesmitte
    dorthin, wo mich erwartete,
    um den so tief ich weiß,
    dorthin, wo niemand uns belauerte.

    O Nacht, die du den Weg geleuchtet!
    O Nacht, liebenswerter als das Morgendämmern!
    O Nacht, die du zusammenbrachtest
    den Geliebten und die geliebte
    in den Geliebten umgestaltete Geliebte!

    An meiner Brust, aufgeblüht zu neuem Leben,
    die nur für ihn sich aufbewahrte,
    da ruht’ er schlafend,
    und ich liebkoste ihn,
    und Zedern fächelten ihm Wind.

    Der Wind von den Zinnen her
    - als zärtlich er sein Haar durchwehte -
    mit seiner sanften Hand
    streifte meinen Hals,
    und alle meine Sinne schwanden.

    Ich blieb und ich vergaß mich,
    das Antlitz neigt’ ich über den Geliebten,
    alles um mich verlosch, ich ließ mich los,
    ließ los meine Sorgen,
    zwischen den Lilien war es vergessen.

    ( Johannes vom Kreuz)

    Übersetzung: Reinhard Körner