Gott gibt ja oft in einem Augenblick mehr,
als wir in langer Zeit erringen können.
Teresa von Avila (1515-1582)

Frater Severin Tyburski O.Carm.

„Wir sind nicht dazu berufen, im öffentlichen Leben großartige, auffallende und lebhafte besprochene Dinge zu tun, (sondern) möchten nur auffallen durch unsere Einfachheit und unsere Aufrichtigkeit.“ (Titus Brandsma)

Fr. Severin Tyburski O.Carm.Fr. Severin Tyburski O.Carm.

Dieses kurze Zitat von einem niederländischen Mitbruder, der in der NS-Zeit ermordet wurde, spiegelt auch meine Vorstellung vom Karmelit-Sein wider. Es geht nicht darum, an erster Stelle stehen zu müssen und bejubelt zu werden, sondern einen einfachen und ehrlichen Weg mit den Schwestern und Brüdern im Karmel zu gehen.

Dieser Weg im Karmel ist ein immer tieferes Hineintauchen in mein Inneres, um meine Stärken und Schwächen kennenzulernen, damit ich mich selbst immer mehr erkennen darf und Gott mich zu dem machen kann, zu dem er mich vorherbestimmt hat. Im hektischen Alltagsgeschehen versuche ich mir deshalb Raum zu schaffen, um so in eine tiefere Beziehung mit Gott eindringen zu können, der in Jesus unser Bruder geworden ist.

Auch unser geistiger Ordensvater Elija zog sich immer wieder von der gesellschaftlichen Bühne zurück, um seine Gottesbeziehung in der Einsamkeit pflegen zu können, denn Gott war nicht im Sturm des Alltags, sondern im leisen Säuseln.

Frater Severin Tyburski O.Carm.

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    Sich loslassen – alle Gedanken, Gefühle, Bewertungen und eintreten in den heiligen Raum der göttlichen Gegenwart in unserer innersten Mitte, die unser Leben lenkt und mit ihrem Klang erfüllen will …