Gott ist uns so nah. Alles, was da ist,
hat sein Dasein durch sein Wirken
und in seiner Gegenwart.
Titus Brandsma (1881-1942)

Hl. Maria Magdalena von Pazzi

Catharina von Pazzi wurde am 2. April 1566 in Florenz geboren. 1582 trat sie als Sechzehnjährige in den Karmel ihrer Heimatstadt ein und erhielt den Ordensnamen Maria Magdalena. Hier führte sie ein Leben tiefster mystischer Gottesvereinigung, verbunden mit zahlreichen Ekstasen. Sie war geistliche Begleiterin, Novizenmeisterin und Subpriorin. Für ihr geistliches Leben waren ihr die Bibel sowie die Schriften des Thomas von Aquin, Ignatius von Loyola, Augustinus und Catarina von Siena Orientierung und Basis. Geläutert durch körperliche und seelische Leiden starb sie am 25. Mai 1607 im Karmel von Florenz nach dreijährigem Todeskampf. Bereits 1627 wurde sie selig- und 1669 heiliggesprochen.

Webseite des Karmelitenordens zum 450. Jahrestag der Geburt der hl. Maria Magdalena von Pazzi

Zur Abbildung links:
Maria Magdalena von Pazzi mit Herz und Leidenssymbolen
Gemälde im Karmelitenkloster Straubing von 1724
(Foto: Peter Schwarz, Straubing)
Maria Magdalena von Pazzi wird dargestellt mit brennendem Herzen, auf dem die Worte stehen: Verbum caro factum est (Das Wort ist Fleisch geworden, Joh 1,14). Dornenkrone und Leidenswerkzeuge deuten auf ihre brennende Liebe zum Herrn und ihre Vereinigung mit seinen Leiden hin. Der Heilige Geist, der sich auf sie herablässt, bewirkt die Christusförmigkeit im Getauften.

Aus ihren Werken:
"Und ich verstand, dass auch die Seele gleichförmig werden und durch Gott in Gott leben kann, jedoch nicht gänzlich wie der Sohn Gottes, sondern so, dass sie – wenn sie unvermischt ist und Gott unvermischt liebt und Gott selbst die unvermischte Liebe ist und die Seele ganz und gar unvermischt liebt und sie Gott wiederliebt –, dass sie dann durch diese unvermischte Liebe diesem Gott gleich wird durch die Teilhabe, jedoch noch nicht ganz, da nur Gott sich selbst unvermischt lieben kann... Dann sah ich in der Seite Jesu oder eher in seinem Herzen einen sehr heißen Liebesofen, der immerzu feurige Pfeile und Strahlen in die Herzen seiner Auserwählten sandte. Und so groß war die Herrlichkeit und Gewaltigkeit dieser Seele und so groß die Liebe, mit der Gott sie erfüllte, dass die Seele mit dieser Liebe rückwirkend Gott mit unvermischter Liebe wiederliebte, und aus diesem Grund wurde sie in solcher Herrlichkeit vor Gott gestellt, dass ich niemals, niemals wüsste, wie ich das ausdrücken sollte oder in irgendeiner Weise erklären könnte."
I quaranta giorni, 103-104

"Es ist wie bei einem Fluss, der in das große Meer fließt. Er verliert seinen Namen und man sagt nicht mehr dieses Wasser kommt aus dem Fluss, sondern, es ist das Meer. Der Fluss ist mit dem Meer eins geworden. So ist es mit der Seele, die ganz in Gott vereint und umgeformt ist. Dann findet sich nichts mehr von der Seele, sondern nur noch Gott."
I Quaranta Giorni, 246

"Weder die Menge noch die Größe unseres Tuns machen uns groß vor Gott, sondern die Reinheit der Absicht. Oft ist die kleinste in dieser reinen Absicht verrichtete Handlung groß in den Augen Gottes, während die an sich große aus menschlichen Zielen heraus verrichtete vor ihm klein ist."
Renovatione della Chiesa, 270

Gebet:
Gott,
immer wieder berufst du Menschen zur ungeteilten Hingabe an Dich.
Du hast die heilige Maria Magdalena von Pazzi
mit Deiner Liebe erfüllt, und gabst ihr die Kraft,
in allen Versuchungen an dieser Liebe festzuhalten.
Hilf uns, dass auch unsere Liebe immer absichtsloser und tiefer wird,
damit wir ganz mit dir und untereinander eins werden.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn,
der in der Einheit des Heiligen Geistes mit Dir lebt und liebt in Ewigkeit.
Amen.

Zur Ikone links:
Hl. Maria Magdalena de’ Pazzi
Ikone (20 × 25 cm), auf Lindenholz geschrieben von Schwester Benedetta Tenore, Schülerin von Egon Sendler SJ. Eitemperamalerei mit natürlichen Farbpigmenten und Blattgold (23 3/4 Karat). Die Ikone ist nach den Vorgaben des sog. byzantinischen Kanons gefertigt.
Ähnlich der Ikone „Elija am Bach Kerit“ richtet sich die Aufmerksamkeit auf eine Grundhaltung der hl. Magdalena: auf das Hören und die Meditation des Wortes Gottes. Sitzend und in tiefer Sammlung, und dennoch bereit sofort aufzustehen, vermittelt durch die Haltung und die Position ihrer Füße. Der Baum neben der Heiligen stellt das Kreuz Christi dar. Ganz in der Nähe, ein Bach voller Fische: die in das Wort Gottes eingetauchten Geschöpfe. Der brennende Dornbusch ist von drei Lichtkränzen umschlossen. Der innerste Kreis ist farblich am dunkelsten gehalten: je näher man dem Geheimnis Gottes kommt, desto tiefer zeigt es sich. Das Gold des Hintergrunds und des Nimbus verweisen auf den göttlichen Raum, in den die ganze Darstellung hineingetaucht ist. Die rote Umrandung erinnert an das Blut Christi, das alles umschließt und göttlich macht.


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    Dieser Film-Ausschnitt aus „American Beauty“ bietet einen etwas ungewöhnlichen Zugang zu dem, wo Spiritualität und Kontemplation ansetzen:
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