Eine Weile nichts tun, nur absichtslos da sein,
heißt wach werden für die Sättigung Gottes.
Johannes vom Kreuz (1542-1592)

Kursprogramm

Weltsicht und Mystik: Große Physiker der Moderne

"Weltbilder müssen immer hinterfragt werden" (David Bohm)

Ein Streifzug durch die Weltsicht großer Physiker der Moderne lässt ihre ursprünglich jüdisch-christliche Sozialisation erkennen. Der Abschied vom alten Weltbild öffnet ihnen eine neue Denkwelt, in der alles die Ganzheit in sich trägt. Studien und Erfahrungen östlicher Weisheit erweitern ihre Sicht: Erlebnisse einer tieferen Wirklichkeit sind nachzuspüren. Sie erstreben die Wahrung der Schöpfung und des Weltfriedens. Sie sind Suchende einer umfassenden Synthese von Naturwissenschaft und Mystik.

Das Intensivseminar bietet folgende Themen:

  • "Kosmische Religiosität" und die "Weltordnung der Naturwissenschaft", Albert Einstein und Max Planck.
  • "Einheit in der mystisch-mythischen Lehre der Upanishaden", Erwin Schrödinger.
  • "Schauen mit dem inneren Auge", Werner Heisenberg und Wolfgang Pauli.
  • "Am Grab des Hindu Heiligen Ramana Maharshi", Carl Friedrich von Weizsäcker.
  • "Physik und Transzendenz: Bereiche der einen Wirklichkeit", Hans-Peter Dürr.
  • "Planetares Bewusstsein und intensive Evolution", Erwin Laszlo.

Literaturliste und Texte werden vor Ort ausgehändigt.

Begleitung: Frau Dr. phil. Dipl.-Theol. Hortense Anwari-Reintjens
Datum: So. 3. Oktober 2021 18:00 Uhr - Do. 7. Oktober 2021 09:00 Uhr
Kosten: Kurs 100,00 € / Pension 227,00 €

  • Johannes vom Kreuz

    Johannes vom Kreuz (1542-1591) ist einer der großen Meister karmelitanischer Spiritualität.

    In seinen Werken beschreibt er den Prozess der Einswerdung mit Gott als einen Weg des Loslassens, der durch die dunkle Nacht unserer Zweifel und Ängste, unserer Selbstbehauptung und Egozentrik hindurch zur göttlichen Liebe führt – sie ist Sinn, Ziel und Erfüllung unserer menschlichen Sehnsucht.

    Die dunkle Nacht

    In einer dunklen Nacht
    von Sehnsucht getrieben, in Brand gesteckt von Liebe,
    - o glückliche Fügung! -
    entfloh ich, ohne bemerkt zu werden,
    als schon das Haus um mich in Stille lag,

    im Dunkeln, sichren Fußes
    über die geheime Leiter, tief ins Gewand gemummt,
    - o glückliche Fügung! -
    im Dunkeln und wachsam angespannt,
    als schon das Haus um mich in Stille lag,

    in jener glückseligen Nacht,
    heimlich, daß mich niemand sah
    - auch ich selbst nahm nichts wahr -,
    ohn’ andres Licht, den Weg zu leuchten,
    als das nur, das im Herzen brannte;

    das führte mich
    sichrer als das Licht der Tagesmitte
    dorthin, wo mich erwartete,
    um den so tief ich weiß,
    dorthin, wo niemand uns belauerte.

    O Nacht, die du den Weg geleuchtet!
    O Nacht, liebenswerter als das Morgendämmern!
    O Nacht, die du zusammenbrachtest
    den Geliebten und die geliebte
    in den Geliebten umgestaltete Geliebte!

    An meiner Brust, aufgeblüht zu neuem Leben,
    die nur für ihn sich aufbewahrte,
    da ruht’ er schlafend,
    und ich liebkoste ihn,
    und Zedern fächelten ihm Wind.

    Der Wind von den Zinnen her
    - als zärtlich er sein Haar durchwehte -
    mit seiner sanften Hand
    streifte meinen Hals,
    und alle meine Sinne schwanden.

    Ich blieb und ich vergaß mich,
    das Antlitz neigt’ ich über den Geliebten,
    alles um mich verlosch, ich ließ mich los,
    ließ los meine Sorgen,
    zwischen den Lilien war es vergessen.

    ( Johannes vom Kreuz)

    Übersetzung: Reinhard Körner