Eine Weile nichts tun, nur absichtslos da sein,
heißt wach werden für die Sättigung Gottes.
Johannes vom Kreuz (1542-1592)

Kursprogramm

„Der Stern von Bethlehem ist ein Stern in dunkler Nacht, auch heute noch“ - Mit Edith Stein auf das „Weihnachtsgeheimnis“ zugehen

Anders als viele Super- und Weihnachtsmärkte achten Christen und nachdenklichere Zeitgenossen darauf, „Weihnachten“ nicht schon Monate vorher mit Schoko-Weihnachtsmännern und „passendem“ Geschenke-Umsatz zugleich vorwegzunehmen und zu entwerten. Auch die reiche Liturgie der Weihnachtstage, die mit dem „Heiligen Abend“ erst wirklich beginnen, doch zunehmend Jahreswechsel-Urlauben zum Opfer fallen, bedarf einer entsprechenden Vorbereitung und Ein-Stimmung.

Mit diesem Exerzitien-Kurs schon vor dem Ersten Advent soll dies ermöglicht und gewagt werden. Auch mit Impulsen der Karmelitin Edith Stein (1891 – 1942), der als geborener Jüdin gerade diese Festtage der Menschwerdung viel bedeuten. „Wer gesammelt in der Tiefe lebt, der sieht auch kleine Dinge in großen Zusammenhängen.“ So einer ihrer „Schlüsselsätze“ als Frau, die ihr Leben und ihre berufliche Tätigkeit der „Einfühlung“ in andere Menschen widmet. Er lädt ein zum Verweilen, zur Auszeit vom alltäglichen Getriebe, zur äußeren und inneren Einkehr.

„Es hat mir immer sehr fern gelegen zu denken, dass Gottes Barmherzigkeit sich an die Grenzen der sichtbaren Kirche binde. Gott ist die Wahrheit. Wer die Wahrheit sucht, der sucht Gott, ob es ihm klar ist oder nicht.“ Es geht also um ein Suchen und Finden: Gott sucht mich als Mensch, und ich darf als Mensch darauf antworten. Auch dazu laden diese Tage ein mit Impulsen und Austausch in der Gruppe, Zeit für sich (auch bei Spaziergängen), mit Gottesdiensten, achtsamem Essen und ganzheitlich meditativen Übungen. Persönliche Aussprache kann gerne vereinbart werden.

Begleitung: P. Felix M. Schandl O.Carm.
Datum: So. 22. November 2020 18:00 Uhr - Fr. 27. November 2020 09:00 Uhr
Kosten: Kurs 125,00 € / Pension 284,00 €

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  • Johannes vom Kreuz

    Johannes vom Kreuz (1542-1591) ist einer der großen Meister karmelitanischer Spiritualität.

    In seinen Werken beschreibt er den Prozess der Einswerdung mit Gott als einen Weg des Loslassens, der durch die dunkle Nacht unserer Zweifel und Ängste, unserer Selbstbehauptung und Egozentrik hindurch zur göttlichen Liebe führt – sie ist Sinn, Ziel und Erfüllung unserer menschlichen Sehnsucht.

    Die dunkle Nacht

    In einer dunklen Nacht
    von Sehnsucht getrieben, in Brand gesteckt von Liebe,
    - o glückliche Fügung! -
    entfloh ich, ohne bemerkt zu werden,
    als schon das Haus um mich in Stille lag,

    im Dunkeln, sichren Fußes
    über die geheime Leiter, tief ins Gewand gemummt,
    - o glückliche Fügung! -
    im Dunkeln und wachsam angespannt,
    als schon das Haus um mich in Stille lag,

    in jener glückseligen Nacht,
    heimlich, daß mich niemand sah
    - auch ich selbst nahm nichts wahr -,
    ohn’ andres Licht, den Weg zu leuchten,
    als das nur, das im Herzen brannte;

    das führte mich
    sichrer als das Licht der Tagesmitte
    dorthin, wo mich erwartete,
    um den so tief ich weiß,
    dorthin, wo niemand uns belauerte.

    O Nacht, die du den Weg geleuchtet!
    O Nacht, liebenswerter als das Morgendämmern!
    O Nacht, die du zusammenbrachtest
    den Geliebten und die geliebte
    in den Geliebten umgestaltete Geliebte!

    An meiner Brust, aufgeblüht zu neuem Leben,
    die nur für ihn sich aufbewahrte,
    da ruht’ er schlafend,
    und ich liebkoste ihn,
    und Zedern fächelten ihm Wind.

    Der Wind von den Zinnen her
    - als zärtlich er sein Haar durchwehte -
    mit seiner sanften Hand
    streifte meinen Hals,
    und alle meine Sinne schwanden.

    Ich blieb und ich vergaß mich,
    das Antlitz neigt’ ich über den Geliebten,
    alles um mich verlosch, ich ließ mich los,
    ließ los meine Sorgen,
    zwischen den Lilien war es vergessen.

    ( Johannes vom Kreuz)

    Übersetzung: Reinhard Körner