Eine Weile nichts tun, nur absichtslos da sein,
heißt wach werden für die Sättigung Gottes.
Johannes vom Kreuz (1542-1592)

Kursprogramm

Intensivseminar: Yoga Sutra in Kontemplation und Praxis

Asana - Pranayama - Meditation - Schweigen

Die von Patanjali verfasste systematische Abhandlung über Yoga, die Yoga-Sutren, bilden die praktische Herangehensweise in unserem Seminar. Die weisen und praktischen Yoga Sutren sind herausragende ­Anstöße, die dabei helfen können, die selbstverantwortliche Lebensweise in tiefes Selbstvertrauen zu verwandeln. Durch Logik, Analyse und Meditation ist es möglich, Erkenntnis als Grundlage von wahrem intui­tivem Denken und Handeln zu begreifen. Durch Reflektieren der Philosophien im Yoga Sutra und entsprechender Praxis in der Verbindung von Asana – Pranayama – Meditation – Schweigen ist es möglich, den alles durchflutenden Wesensgrund der Existenz als Essenz zu erkennen.

Es gibt eine ganze Fülle von Möglichkeiten der Veränderung hinsichtlich der Wahrnehmung der Dinge und Erscheinungen und unserem Umgang mit dieser Welt, um Irrtümliches aufzulösen und frei von innerem Konflikt verwirklicht zu leben. Auf diese Weise wird man erfahren können, dass man immer freier wird, das wahr­zunehmen, was gerade geschieht.

Vegetarische Verpflegung während des Seminars!

Begleitung: Angela Demuth
Datum: Mi. 21. Juli 2021 15:30 Uhr - So. 25. Juli 2021 13:00 Uhr
Kosten: Kurs 256,00 € / Pension 244,00 €

  • Johannes vom Kreuz

    Johannes vom Kreuz (1542-1591) ist einer der großen Meister karmelitanischer Spiritualität.

    In seinen Werken beschreibt er den Prozess der Einswerdung mit Gott als einen Weg des Loslassens, der durch die dunkle Nacht unserer Zweifel und Ängste, unserer Selbstbehauptung und Egozentrik hindurch zur göttlichen Liebe führt – sie ist Sinn, Ziel und Erfüllung unserer menschlichen Sehnsucht.

    Die dunkle Nacht

    In einer dunklen Nacht
    von Sehnsucht getrieben, in Brand gesteckt von Liebe,
    - o glückliche Fügung! -
    entfloh ich, ohne bemerkt zu werden,
    als schon das Haus um mich in Stille lag,

    im Dunkeln, sichren Fußes
    über die geheime Leiter, tief ins Gewand gemummt,
    - o glückliche Fügung! -
    im Dunkeln und wachsam angespannt,
    als schon das Haus um mich in Stille lag,

    in jener glückseligen Nacht,
    heimlich, daß mich niemand sah
    - auch ich selbst nahm nichts wahr -,
    ohn’ andres Licht, den Weg zu leuchten,
    als das nur, das im Herzen brannte;

    das führte mich
    sichrer als das Licht der Tagesmitte
    dorthin, wo mich erwartete,
    um den so tief ich weiß,
    dorthin, wo niemand uns belauerte.

    O Nacht, die du den Weg geleuchtet!
    O Nacht, liebenswerter als das Morgendämmern!
    O Nacht, die du zusammenbrachtest
    den Geliebten und die geliebte
    in den Geliebten umgestaltete Geliebte!

    An meiner Brust, aufgeblüht zu neuem Leben,
    die nur für ihn sich aufbewahrte,
    da ruht’ er schlafend,
    und ich liebkoste ihn,
    und Zedern fächelten ihm Wind.

    Der Wind von den Zinnen her
    - als zärtlich er sein Haar durchwehte -
    mit seiner sanften Hand
    streifte meinen Hals,
    und alle meine Sinne schwanden.

    Ich blieb und ich vergaß mich,
    das Antlitz neigt’ ich über den Geliebten,
    alles um mich verlosch, ich ließ mich los,
    ließ los meine Sorgen,
    zwischen den Lilien war es vergessen.

    ( Johannes vom Kreuz)

    Übersetzung: Reinhard Körner