Eine Weile nichts tun, nur absichtslos da sein,
heißt wach werden für die Sättigung Gottes.
Johannes vom Kreuz (1542-1592)

Kursprogramm

Yoga als Erkenntnis-Selbst

Die Praxis von Asana, Pranayama und Meditation sowie die innere Betrachtung der philosophischen Grundlagen sind unsere Mittel, mit denen wir Selbstfindung, Selbsterkenntnis und Selbsterziehung durch Einsicht entwickeln können. Auf eigenen Füßen zu stehen und in sich selbst verwurzelt zu sein, setzt eine bestimmte Lebenshaltung und Lebensweise voraus, die wir uns in kleinen Schritten innerhalb unserer sich ständig verändernden Begrenzungen und Möglichkeiten bewusst machen und schließlich nutzen wollen, um das uns innewohnende Potential von Frieden und Harmonie entfalten zu können.

Anmerkungen und Zeitplan:
Pranayama mit dem Grundmuster von Puraka und Recaka in AnulomaViloma sowie Kapalabhati und Uddiyan werden ein großer Bereich unserer gemeinsamen Praxis sein. Das Gayatrie Mantra ist die Grundlage in der Meditation. In Theorie und Praxis werden wir uns mit dem systematischen Werk im Yoga von Patanjali beschäftigen. Im Seminar wird das spirituelle Erleben eines jeden Einzelnen ermöglicht - durch innere und äußere Stille.

Ablaufplan auf www.yoga-begegnungsstaette.de

Vegetarische Verpflegung während des Seminars!

Begleitung: Angela Demuth
Datum: Fr. 21. Januar 2022 15:30 Uhr - So. 23. Januar 2022 13:00 Uhr
Kosten: Kurs 135,00 € / Pension 124,00 €

  • Johannes vom Kreuz

    Johannes vom Kreuz (1542-1591) ist einer der großen Meister karmelitanischer Spiritualität.

    In seinen Werken beschreibt er den Prozess der Einswerdung mit Gott als einen Weg des Loslassens, der durch die dunkle Nacht unserer Zweifel und Ängste, unserer Selbstbehauptung und Egozentrik hindurch zur göttlichen Liebe führt – sie ist Sinn, Ziel und Erfüllung unserer menschlichen Sehnsucht.

    Die dunkle Nacht

    In einer dunklen Nacht
    von Sehnsucht getrieben, in Brand gesteckt von Liebe,
    - o glückliche Fügung! -
    entfloh ich, ohne bemerkt zu werden,
    als schon das Haus um mich in Stille lag,

    im Dunkeln, sichren Fußes
    über die geheime Leiter, tief ins Gewand gemummt,
    - o glückliche Fügung! -
    im Dunkeln und wachsam angespannt,
    als schon das Haus um mich in Stille lag,

    in jener glückseligen Nacht,
    heimlich, daß mich niemand sah
    - auch ich selbst nahm nichts wahr -,
    ohn’ andres Licht, den Weg zu leuchten,
    als das nur, das im Herzen brannte;

    das führte mich
    sichrer als das Licht der Tagesmitte
    dorthin, wo mich erwartete,
    um den so tief ich weiß,
    dorthin, wo niemand uns belauerte.

    O Nacht, die du den Weg geleuchtet!
    O Nacht, liebenswerter als das Morgendämmern!
    O Nacht, die du zusammenbrachtest
    den Geliebten und die geliebte
    in den Geliebten umgestaltete Geliebte!

    An meiner Brust, aufgeblüht zu neuem Leben,
    die nur für ihn sich aufbewahrte,
    da ruht’ er schlafend,
    und ich liebkoste ihn,
    und Zedern fächelten ihm Wind.

    Der Wind von den Zinnen her
    - als zärtlich er sein Haar durchwehte -
    mit seiner sanften Hand
    streifte meinen Hals,
    und alle meine Sinne schwanden.

    Ich blieb und ich vergaß mich,
    das Antlitz neigt’ ich über den Geliebten,
    alles um mich verlosch, ich ließ mich los,
    ließ los meine Sorgen,
    zwischen den Lilien war es vergessen.

    ( Johannes vom Kreuz)

    Übersetzung: Reinhard Körner